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Sonne im Herzen

Vergleich Ettershaus alt-neu

Knarzender Boden, pochendes Herz – Urlaub im Denkmal-Juwel

28. Sep. 2020

Berliner im großen Harz-Urlaub? Und wie! Als vor 100, 120 Jahren die quirlige Hauptstadt in berühmter, goldener Manier höher, schneller, bunter wuchs, übten sich die Hauptstädter in der Stadtflucht – zur Sommerfrische, zur Wanderfrische, zur Landpartie. Mitten im Harz, in Bad Harzburg, vor den Toren der Fachwerkstadt Goslar.

Aufstrebende Konzerne „entsandten“ damals ihre Mitarbeiter in den Harzurlaub in eigene Herbergen. Um die Mitarbeiterbindung und das „Employer Branding“ zu fördern, würde man heute sagen. Um die Arbeiter und Angestellten bei Gesundheit und Laune zu halten, vielleicht eher damals. Und Siemens engagierte sogar 1910 für den Bau des eigenen „Mitarbeiter-Erholungsheims“ in Bad Harzburg Bruno Taut, jenen noch jungen Berliner Bauhaus-Architekten, der bis heute mit Wohnbebauungen wie der berühmten Hufeisensiedlung die Hauptstadt prägt.

Mit seinem Büropartner Franz Hoffmann plante Bruno Taut auf einem Hügel eine Ferienvilla, und es entstand bald darauf das einmalige Jugendstil-Juwel Ettershaus. Für uns ein Schatz, den sie uns hinterlassen haben, für den besonderen Sonnenhotels-Urlaub und für die Feiern des Lebens.

Ferien und Spitzenhäubchen

Noch bis in die 1980er Jahre hinein verbrachten hier im Ettershaus bis zu 60 Gäste gleichzeitig zwei Wochen lang ihren Urlaub. Die 20 Doppel- und 20 Einzelzimmer waren in Spitzenzeiten so gut wie immer ausgebucht. Und um die Gäste herum wuselten 20 Hausgeister – von der Saaltochter mit weißer Halbschürze und Servierhäubchen bis zum Gärtner in weitläufigem und naturbelassenem Revier.

Doch nach dieser Epoche wurde es still im Haus. Keiner verbrachte hier mehr seinen Urlaub, keiner nutzte das Gebäude. Und es war der berühmte Zufall, dass um 2010 herum, nach 30 Jahren Schließung der Braunschweiger Architekt Thomas Funke die herrschaftliche, aber inzwischen verfallene Villa entdeckte. Versteckt im Dickicht des Hügels, unter grauen Putzschichten verborgen. Er kaufte das denkmalgeschützte Bauwerk, plante ein Hotel und gewann uns Sonnenhotels mit vollem Herzen als neue Geister dieses einmaligen Juwels.

Gemeinsam vergrößerten wir die Räume, bauten in die neuen 22 Zimmer und Suiten Badezimmer ein, integrierten ins Untergeschoss ein überraschend-lichtes Spa – und beließen im Ganzen wie in Teilen so viele Details in ihrer Schönheit. Sei es die Türzargen auf den oberen Fluren, die Holzbalken in manchen Suiten, die Stuckelemente an den Decken, das erhaben-strahlende Treppenhaus mit den roten Handläufen oder die Außenfassade in ihrer ursprünglichen Ansicht und den orange-roten Schindeln auf dem Dach. Zudem fanden wir unter den Tapetenschichten originale Wandmalereien, waren entzückt und kombinieren sie heute mit zeitgenössischen Motiven.

Die Vergangenheit so lebendig wie die Gegenwart

Der Holzboden knarzt bis heute an den gleichen Stellen. Und im früheren Lese- und Musikzimmer findet sich inzwischen wieder das pochende Herz unseres Sonnenresorts Etterhaus: die Bar Hoffmann und das Restaurant Taut’s mit dem Wintergarten und der Rundumterrasse mit Blick in den puren Harz, hinzu kommen die neuen Schönheiten unseres Ettershauses: das Apartmenthaus, die zehn Baumhäuser mitten in den Wipfeln unseres Areals oder das moderne Ausflugslokal Hexenwerk. Da wie auch hier – in unseren fünf Veranstaltungsräumen – kann man feiern, tagen und einmalige Momente zelebrieren. Erst recht auch nach Corona. Dafür sorgt seit September 2020 auch unser neuer, lieber Küchenchef Thomas Barth. Viele Jahre war der frühere Sternekoch auch in der internationalen Gourmetgastronomie heimisch, jetzt ist er vor allem in unserem Harz mit seiner Familie Zuhause. Im Restaurant Taut’s lockt er mit einer modernen regionalen Küche von den Weiden, Wäldern und Höfen der unmittelbaren Umgebung, und im Hexenwerk mit offenen, rustikalen Wohlfühlspeisen wie den Harzer Suppen, Eintöpfen oder Flammkuchen. Esst, entspannt, geniesst – ruft er allen zu und lädt vor allem auch die Harzer Seelen ins Ettershaus als besonderen Wohnzimmerort ein.

Bleibt der Wald, in dem das Ettershaus aufgeht. Der Harz als Urwald, auch weil hier einst nur wenige Kilometer entfernt die innerdeutsche Grenze verlief und man den Wald so beließ wie er wachsen wollte. Heute ist er pure Freiheit. Man kann im Hochseilpark „Skyrope“ und auf dem Baumwipfelpfad über den Dingen stehen, mit der neuen BaumSchwebeBahn eins mit den Bäumen werden und einfach loswandern. Zur Eckertalsperre, zum Luchsgehege an den Rabenklippen oder zur Ruine der Harzburg auf dem Großen Burgberg. Und dann auf Bruno Tauts Spuren entspannen, wie einst sogar die Hauptstädter, die man bis heute gern noch hier trifft.

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