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Sonne im Herzen

Wein-Wissen: Weinlese und dann?

14. Sep. 2020

Im Herbst leuchten die Blätter der Weinstöcke schillernd-bunt. Doch viel interessanter für Winzer und Weinliebhaber sind die prallen Trauben, die nun dicht an dicht darauf warten, geerntet zu werden. Je nach Witterung und Temperaturen herrscht etwa ab Anfang September reges Treiben in den Weinbergen. Die Weinlese, Weinernte oder auch Traubenernte beginnt, begleitet von vielen Festen und Veranstaltungen.

Der Weg der Traube in die Flasche

Entscheidend für die Qualität des Weines ist der Reifegrad der Trauben. Erfahrene Winzer sehen und schmecken diesen. Doch wer einfach nur mal eine Traube vom Weinberg nascht, kann wenig über ihre Tauglichkeit aussagen. Süß ist nicht gleich süß. Neben dem Zuckergehalt ist auch der Säuregrad wichtig. Dabei ist eine erfolgreiche Weinernte, wie bei anderen Obst- und Gemüsesorten auch, abhängig von der Witterung. Ein zu kalter oder zu trockener Sommer kann dem Winzer die Weinernte vermiesen.

Wann geerntet wird, ist auch je nach Lage und Rebsorte unterschiedlich. Eiswein beispielsweise darf nur bei Temperaturen unter -7 Grad geerntet werden. Für diesen besonderen Dessertwein bleiben die Trauben daher bis zum Winter an den Weinstöcken. Doch Riesling, Scheurebe, Müller-Thurgau und Co. werden im Herbst geerntet. Übrigens wird die Weinlese auch als „Herbsten“ bezeichnet.

Die Weinernte erfolgt auf zwei Wegen: Entweder als manuelle Lese. Dann sind zahlreiche Helfer in den Weinbergen unterwegs und schneiden die Trauben per Hand ab. Bei diesem Ernteverfahren können sie selektieren, nur die besonders reifen Trauben wählen und somit für beste Qualität sorgen. Daher kommt auch der Begriff „Auslese“, der als Prädikat für viele Qualitätsweine gilt. Hier werden nur ausgesuchte, ausgelesene Trauben mit einem bestimmten Reifegrad verwendet. Schneller und kostengünstiger ist die maschinelle Ernte. Dabei fährt ein Vollernter über die ausgewählten Reihen. Durch Klopfen und Rütteln an den Weinstöcken werden die reifen Trauben quasi abgeschüttelt. Kleine Äste und Blätter, die bei diesem Verfahren zwischen den Trauben landen, werden größtenteils durch ein Gebläse entfernt.

Die geernteten Trauben werden zum Weingut zur Weiterverarbeitung transportiert. Übrigens heißt die einzelne Frucht, die wir landläufig als Weintraube bezeichnen, tatsächlich Weinbeere. Mit Traube wird der geschlossene Fruchtstand mehrerer Beeren bezeichnet.

Unsere Empfehlung:

Bei geführten Erlebniswanderungen im Weinberg, die zur Erntezeit samstags in Volkach angeboten werden, erfahren Sie Wissenswertes über den Weinanbau und lernen bei einer Verkostung verschiedene Rebsorten kennen.

Maischen, Keltern, Gären – Einblick in die Weinherstellung

Bei der Qualitätskontrolle auf dem Weingut zeigt sich, ob der vorangegangene Sommer zu einer erfolgreichen Weinernte geführt hat. Maschinell werden Äste, Blätter und Steinchen aus dem Lesegut aussortiert. Auch die Stiele der Trauben werden entfernt, denn sie enthalten Bitterstoffe und würden den Geschmack des Weins beeinträchtigen.

Die reinen Trauben, oder besser gesagt, die Weinbeeren, werden nun entsaftet. Das Maischen, wie dieser Vorgang heißt, erfolgt in speziellen Pressen, durch die schonend der Traubensaft gewonnen wird. Die Maische darf dann einige Zeit ruhen, damit sich das Aroma des Weins entfalten kann. Die Ruhezeit ist bei Weiß- und Rotweinen unterschiedlich. Rotweine ruhen generell länger.

Beim Keltern werden als nächstes die festen Traubenrückstände vom Traubensaft getrennt, Trester und Most entstehen. Auch dies erfolgt durch spezielle Pressen. Der Trester wird in geringen Mengen noch zu Schnaps verarbeitet, als Tierfutter oder Dünger genutzt.

Nun wird der Most geschwefelt. Durch die Zugabe von Schwefeloxid wird die Oxidation im Most verhindert und es können keine schädlichen Bakterien oder Mikroorganismen entstehen. Um auf diesen Zusatz verzichten zu können, sind sehr aufwendige Schritte im Ernte- und Produktionsprozess erforderlich, doch es gibt mittlerweile einige Weine ohne Schwefelzusatz.

In Edelstahltanks abgefüllt beginnt nun der Gärungsprozess, der durch die Beigabe von Hefe in Gang gesetzt wird. In sechs bis acht Tagen wird der enthaltene Zucker in Alkohol umgewandelt. Anhand des Gärungsprozesses, Dauer und Temperaturen, bestimmt der Winzer den Geschmack des Weines. Hier entscheidet sich, ob er lieblich, halbtrocken, trocken oder süß wird. Der Gärprozess wird entsprechend stets genauestens überwacht.

Ist der Gärprozess abgeschlossen erfolgt der Abstich. Die Jungweine werden in andere Behälter gefüllt, Edelstahltanks oder Holzfässer, und der Gärungsprozess gestoppt. Jungwein ist bereits trinkbar, doch er enthält noch Schwebstoffe, wie Hefe oder Weinsäure. Diese sinken ab im Reifeprozess, der drei bis sechs Monate dauert. Der Wein wird im Reifeprozess vollendet. Anschließens geht es zur Abfüllung.

Von der Weinlese bis zum Endprodukt in der Flasche vergehen in der Regel sechs bis neun Monate. Doch dann können Sie die edlen Tropfen in Vollendung genießen.

Welche Rebsorten werden am Weingut Römmert angebaut?

  • Bacchus
  • Domina
  • Müller-Thurgau
  • Riesling
  • Rotling
  • Silvaner
  • Scheurebe
  • Spätburgunder
  • Weißburgunder

Weinerlebnis im Weingut Römmert

Das über 100-jährige Weingut Römmert lädt ein in Römmerts Weinwelt, eine einzigartige Kombination aus Weingut, Weinerlebnis und Weinhotel. Neben der Vinothek ist das WeinSensorikum das ganzjährige Ausflugsziel für Weinliebhaber. Bei einer geführten Tour werden an 20 Erlebnisstationen die Weinbau-Historie, die Arbeit im Weinberg, verschiedene Weinanbaumethoden, die Weinlese und –verarbeitung allgemein sowie die Besonderheiten am Weingut Römmert anschaulich erklärt. Passend zur Tour werden Kostproben gereicht. Im Sonnenhotel Weingut Römmert, direkt gegenüber des Weinguts, verbringen Sie einen genussreichen Weinurlaub.

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